Berlin schaltet auf Neustart für Wirtschaft und Kultur: Insgesamt 290 Mio. Euro sollen Wirtschaftsstandort stärken/weitere 40 Mio. Euro für Kulturprogramm – Giffey, Schwarz und Lederer stellen umfangreiches Maßnahmenpaket für betroffene Branchen vor
Mit den beiden Programmen „Neustart Wirtschaft“ und „Perspektive Kultur“ läutet der Berliner Senat eine Phase des Aufbruchs für die von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Branchen ein. Im Rahmen des 100-Tage-Programms stellten am heutigen Montag, den 28. März, die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey, Wirtschaftssenator Stephan Schwarz und Kultursenator Dr. Klaus Lederer das umfangreiche Maßnahmenpaket gemeinsam mit Branchenverbänden vor.
Das Programm „Neustart Wirtschaft“ richtet sich an die Tourismus- und Veranstaltungsbranche, den Einzelhandel, die Hotellerie und Gastronomie sowie die Kreativwirtschaft. Es bündelt mehr als 30 passgenaue Maßnahmen, die gezielt betroffene Unternehmen entlasten und zur Ankurbelung ihres Geschäfts beitragen sollen. Herzstück des Programms ist der Berliner InvestitionsBONUS. Erstmals erhalten damit kleine und mittelständische Unternehmen, inklusive des Dienstleistungs- und Handwerksektors, sowie Freiberufler:innen Zugang zu Investitionszuschüssen. Insgesamt sind – vorbehaltlich der Zustimmung des Abgeordnetenhauses – rund 140 Mio. Euro für die Neustart-Maßnahmen vorgesehen. Zur weiteren Stärkung des Wirtschaftsstandorts sollen darüber hinaus 150 Mio. Euro aus dem Innovationsförderfonds (IFF) eingesetzt werden. Das Neustart-Programm wurde in enger Abstimmung mit den betroffenen Branchen entwickelt und wird in Zusammenarbeit mit visitBerlin und der Investitionsbank Berlin (IBB) umgesetzt.
Das Programm Perspektive Kultur ist eine Anschubhilfe, die voraussichtlich für einen Förderzeitraum ab Sommer 2022 beantragt werden kann. Sie wird die Soforthilfe ablösen: Während bisherige Hilfen aufs Überleben abzielten, ist das Programm Perspektive Kultur nicht als Liquiditätssicherung gedacht, sondern soll Kultureinrichtungen und –akteur*innen einen Neustart ermöglichen. Es wurde zusammen mit den Akteur*innen der Kulturbranche erarbeitet und hat zum Ziel, den Kultur-Betrieb zu reaktivieren und das Publikum zurückzugewinnen. Die konkrete Ausgestaltung des Programms erfolgt in den kommenden Wochen. Für die beiden Haushaltsjahre 2022/2023 sind hierfür 40 Mio. Euro vorgesehen.
Neustart Wirtschaft: Von Erlass der Sondernutzungsgebühr bis InvestitionsBONUS
Das Programm „Neustart Wirtschaft“ enthält sowohl branchenspezifische als auch branchenübergreifende Maßnahmen. Branchenübergreifend wirkt der Berliner InvestitionsBONUS. Branchen wie der Einzelhandel, die Gastronomie, die Tourismuswirtschaft sowie Dienstleistungs- und Handwerksunternehmen erhalten damit erstmals Zugang zu Zuschüssen für erforderliche Investitionen. Das Zuschussprogramm ist grundsätzlich branchenoffen und unterstützt Investitionen von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie freiberuflich Tätigen mit Sitz oder Betriebsstätte in Berlin, die pandemiebedingt betriebliche Investitionen zurückgestellt haben und zugleich Arbeitsplätze schaffen bzw. erhalten wollen. Detaillierte Informationen zu Programm und Antragstellung stellt die Investitionsbank Berlin auf ihrer Website zur Verfügung. Branchenübergreifend soll zudem wieder die Digitalprämie zum Einsatz kommen, um die Digitalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen.
Branchenspezifische Maßnahmen für den Tourismus und die Gastronomie, die Veranstaltungswirtschaft, den Handel und die Kreativwirtschaft sind thematisch in die Bereiche Marketing/Akquise, Vernetzung/Daten und Resilienz/Fachkräfte geclustert. Die Gastronomie soll etwa durch den Erlass von Sondernutzungsgebühren entlastet und die Einnahmenausfälle den Bezirken vom Senat erstattet werden. Neue Marketingaktivitäten sollen für Berlin als touristisches Ziel und Standort für Kongresse, Messen und Veranstaltungen werben und innovative Kampagnen für stadtverträglichen Tourismus unterstützt werden. Der stationäre Einzelhandel soll weiter für den digitalen Wettbewerb fit gemacht und zusammen mit dem Handelsverband neue Shopping-Kampagnen entwickelt werden. Die Kreativwirtschaft wird gezielt gefördert, unter anderem mit Veranstaltungen zur Vernetzung und Fachkräftegewinnung.
Programm Neustart Wirtschaft
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