Best Practices für gute Ausbildung ausgezeichnet
Fünf Betriebe erhalten Ausbildungspreis der Metropolregion Ost Berlin-Brandenburg

© Cornelia Jeske
Berlin / Märkisch-Oderland, 9. September 2026 – Am Dienstag, den 8. September 2026, haben die Wirtschaftsförderung Berlin-Marzahn-Hellersdorf und der Landkreis Märkisch-Oderland erstmals gemeinsam den Ausbildungspreis Metropolregion Ost verliehen.
Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen des Wirtschaftstags der Metropolregion Ost statt. Gewürdigt wurden fünf Ausbildungsbetriebe aus der Metropolregion Ost, vom Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf bis in die beteiligten Kommunen im Landkreis Märkisch-Oderland und die unmittelbar angrenzenden Kommunen Ahrensfelde und Schöneiche bei Berlin. Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, wie gute Ausbildung in der Region gelingen kann.
Die Preisträger des erstmals über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg initiierten Wettbewerbs sind die ProColor Pulverbeschichtungs GmbH und die Metallbau Franz GmbH, die LAN-COM-East GmbH, die Stadtwerke Strausberg GmbH sowie das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin gGmbH (ukb).
Nadja Zivkovic, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, zur Idee hinter dem Ausbildungspreis: „Es gibt viele engagierte Ausbildungsbetriebe in der Metropolregion Ost, die jeden Tag viel Zeit, Ideen und Herzblut in die Ausbildung junger Menschen investieren. Das verdient Anerkennung und Sichtbarkeit. Mit dem Ausbildungspreis wollen wir genau dieses Engagement würdigen und gute Beispiele zeigen, die auch andere Unternehmen inspirieren können. Denn gute Ausbildungskonzepte sind ein entscheidender Standortfaktor und ein Schlüssel für die Fachkräftesicherung in unserer Region.“
„Entscheidend ist, diese guten Ansätze über kommunale Grenzen hinweg sichtbar zu machen und voneinander zu lernen. Genau darin liegt die Stärke der Metropolregion Ost.“, ergänzt Danny Jenssen, Beigeordneter, Fachbereichsleiter I und Kämmerer des Landkreises Märkisch-Oderland. „Die Partnerkommunen bilden über Bezirks- und Landesgrenzen hinweg einen gemeinsamen Ausbildungs- und Wirtschaftsraum. Wenn wir stärker voneinander lernen und zusammenarbeiten, profitieren die Unternehmen ebenso wie die jungen Menschen, die hier ihre berufliche Zukunft aufbauen wollen.“
Über die Preisträgerinnen und Preisträger entschied eine paritätisch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Berlin und Brandenburg besetzte Jury. In ihr kamen unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaft, Politik und Arbeitsmarkt zusammen. Entscheidend war vor allem die Frage: Welche Ansätze haben Vorbildcharakter und können auf andere Ausbildungsbetriebe übertragen werden?
Diese Ausbildungskonzepte überzeugten die Jury
Gemeinsam ausbilden: Die ProColor Pulverbeschichtungs GmbH und die Metallbau Franz GmbH mit Sitz in Altlandsberg wurden gemeinsam für ihre betriebsübergreifende Ausbildungspartnerschaft ausgezeichnet. Hier lernen Auszubildenden nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern erleben die gesamte Wertschöpfungskette der Produktion über Betriebsgrenzen hinweg. Eine gemeinsame Ausbildungsleiterin begleitet die Nachwuchskräfte beider Unternehmen und geht dabei auf ihre unterschiedlichen Bildungsbiographien ein. Dahinter steht eine klare Haltung: Nicht der perfekte Lebenslauf entscheidet, sondern Motivation und Potenzial. Für die Jury zeigt die Partnerschaft beispielhaft, wie kleinere Betriebe durch Kooperation ihre Ausbildungsmöglichkeiten erweitern können.
Direkter Einstieg in die Praxis: Bei der LAN-COM-East GmbH aus Hoppegarten arbeiten Auszubildende frühzeitig an realen Kundenprojekten mit. Sie begleiten erfahrene Kolleginnen und Kollegen zu Einsätzen und erleben technische Projekte von der Planung bis zur Nachbetreuung. Schritt für Schritt übernehmen sie selbst Verantwortung. Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung aus Praxisnähe, persönlicher Begleitung und Vertrauen in die Fähigkeiten der Nachwuchskräfte. Die LAN-COM-East GmbH versteht ihre Ausbildung als Investition in den eigenen IT-Fachkräftenachwuchs und in die Zukunft der Region.
Ausbildung gemeinsam weiterentwickeln: Die Stadtwerke Strausberg GmbH überzeugte mit einer Ausbildungskultur, in der Auszubildende aktiv mitgestalten. Feedbackgespräche, Befragungen und ein Azubi-Stimmungsbarometer sorgen dafür, dass ihre Erfahrungen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Ausbildung einfließen. Abteilungsrotationen ermöglichen zusätzliche Einblicke und helfen, eigene Stärken zu entdecken. Für die Jury liegt der Vorbildcharakter darin, Ausbildung als gemeinsamen Entwicklungsprozess zu verstehen und sie zusammen mit den Auszubildenden so weiterzuentwickeln, dass ihre Erfahrungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Über Berufsgrenzen hinweg lernen: Das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin gGmbH (ukb) in Marzahn-Hellersdorf wurde für sein professionell strukturiertes und berufsübergreifendes Ausbildungssystem ausgezeichnet. Interprofessionelle Falltrainings, Ausbildungssäle und -stationen sowie moderne digitale Arbeitsmittel verbinden Theorie und Praxis. Die Auszubildenden lernen dabei nicht nur ihren eigenen Beruf, sondern auch die Perspektiven anderer Professionen in der medizinischen Versorgungen kennen und übernehmen früh selbstständig Verantwortung. Die Jury überzeugte besonders, wie konsequent das ukb damit fachliches Lernen, Eigenständigkeit und berufsübergreifende Zusammenarbeit verbindet.
Zusätzlich drei Azubi-Preise vergeben
Neben den Ausbildungsbetrieben zeichnete die Jury drei junge Auszubildende aus. Mit ihnen rücken auch die dahinterstehenden Unternehmen in den Blick, die Eigeninitiative und persönliche Entwicklung ermöglichen.
Von der HARRY-BROT GROUP SE & Co. KG in Berlin-Marzahn wurde der angehende Lebensmitteltechniker Yves Brockhaus ausgezeichnet. Bereits im zweiten Ausbildungsjahr übernahm er Verantwortung in der Produktion und entwickelte aus eigener Initiative heraus eine neue Brotsorte. HARRY-BROT GROUP SE & Co. KG steht damit für Ausbildungsbedingungen, die Identifikation schaffen und jungen Menschen früh Vertrauen und Raum für eigene Ideen geben.
Robert Petschelies absolvierte seine Ausbildung zum Erzieher beim FiPP e. V. – dem Fortbildungsinstitut für pädagogische Praxis aus Berlin. Während seiner Ausbildung in der Kita Hasenburg in Marzahn-Hellersdorf entwickelte er selbstständig ein Mathematikprojekt für Vorschulkinder. Dieses besondere Engagement wurde von der Jury ausgezeichnet. Die Ausbildungspraxis von FiPP e. V. verbindet fachliches Lernen mit individuellem Mentoring und ermöglicht Auszubildenden, eigene pädagogische Impulse einzubringen.
Der dritte Azubi-Preis ging an Tim Schulze von der Metallbau Franz GmbH in Altlandsberg. Trotz eines sehr guten Abiturs entschied er sich bewusst für eine Ausbildung zum Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik. Seine Entscheidung steht beispielhaft dafür, dass das Handwerk auch für Abiturientinnen und Abiturienten attraktive Karriere- und Entwicklungsperspektiven bietet. Die Metallbau Franz GmbH engagiert sich intensiv in der Berufsorientierung an Schulen und in regionalen Netzwerken, um junge Menschen für moderne Handwerksberufe zu begeistern.
Ausbildung als gemeinsames Zukunftsthema
Der Ausbildungspreis Metropolregion Ost wurde 2026 erstmals gemeinsam vom Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf und dem Landkreis Märkisch-Oderland initiiert. Ziel ist es, gute Ausbildungsansätze über Verwaltungs- und Landesgrenzen hinweg sichtbar zu machen, den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen zu fördern und die Metropolregion Ost als attraktiven Ausbildungs- und Wirtschaftsraum zu stärken.
Unterstützt wird die Initiative vom Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK), der STIC Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland und Schlaufuchs Berlin e. V. Die Durchführung erfolgt über das GRW-Regionalbudget Metropolregion Ost Berlin-Brandenburg, das aus Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert wird.
Nach der Premiere 2026 soll der Ausbildungspreis auch 2027 fortgeführt werden und weitere Best Practices aus der Ausbildungslandschaft der Metropolregion Ost sichtbar machen.
Hinweis für Redaktionen: Aktuelle Fotos von der Preisverleihung und den Preisträgerinnen und Preisträgern werden gemeinsam mit dieser Presseinformation zur redaktionellen Verwendung bereitgestellt. Die Bildmaterialien stehen hier zum Download zur Verfügung.
Die Aufnahmen entstanden am 8. September 2026. Bei Veröffentlichung ist folgender Bildnachweis anzugeben: „© Cornelia Jeske“.
Pressekontakt
Pressestelle des Landkreises Märkisch-Oderland: Johanna Seelig I pressesprecher@landkreismol.de
Pressestelle des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf: Susan Hermenau I pressestelle@ba-mh.berlin.de
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